Langsam daran gewöhnen
Allerdings, und das muss immer wieder verdeutlicht werden, kauft man
Haltis nicht einfach und legt sie um. Wer Haltis verwenden will, braucht
eine Schulung von einem Hundetrainer, der den Umgang mit Haltis nicht notgedrungen
praktiziert, sondern davon überzeugt ist. Das Halti ist kein Zwangmittel,
das mit Hau-Ruck-Mentalität eingesetzt wird, sondern ein Erziehungsmittel,
das auf moderner Verhaltensforschung beruht und die Beziehung zwischen
Hund und Mensch vertieft.
Und so wirkt es: Das Band, das über der Schnauze, einem sehr empfindsamen
Teil des Hundes, liegt, ahmt den Biss über den Fang nach, den der
Alpha-Wolf bei seinen untergebenen Rudelmitgliedern anwendet, wenn ihm
etwas "stinkt". Dadurch spürt der Hund auf natürliche Weise,
wer das Sagen hat.
Bei Begegnungen mit dem vierbeinigen Erzfeind von Gegenüber oder
mit dem Radfahrer vom Stadtpark lenkt ein sanfter Zug den Kopf zur Seite,
vom Gegner ab in Richtung Hundeführer, wobei die Konzentration des
Hundes auf seinen Herrn umgeleitet wird. Dort gibt es ein Leckerli, dort
vermittelt man ihm Sicherheit... und mit der Zeit wird aus Rambo ein friedliches
Lämmchen.
Haltigewöhnung beginnt mit kleinen Schritten. Das Halti (oder
ein Stoffband als Ersatz) wird auf den Nasenrücken gelegt und noch
bevor der Hund irgendeine Abwehrreaktion zeigt, lobt man, belohnt man und
nimmt es wieder ab, gibt vielleicht danach das Fresserchen oder spielt
ein schönes Spiel mit ihm, damit er das Ding mit etwas wunderbarem
verknüpft.
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Wer seinen Hund nur am Halti führt, hat die Handhabung nicht begriffen. Das Halti wird immer zusammen mit einem Halsband getragen. Am Halsband wird geführt, am Halti wird nur sanft korrigiert. Wichtig: Man braucht dazu beide Hände. |
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Dominante Hunde, die sich schwer ans Halti gewöhnen wollen, können mit Tellington-Touch-Kreisen rings um die Schnauze schnell aufnahmebereit gemacht werden. Mit der Zeit wird das Halti immer länger getragen, aber noch nicht an der Leine befestigt. Es dauert, je nach Geschick des Trainers, und Widerspenstigkeit des Hundes, zwischen 3 Minuten und 3 Wochen, bis eine Akzeptanz da ist. Erst dann beginnen die ersten Führschritte. Der Karabiner, der unter dem Fang eingehakt wird, muss leicht sein. Der zweite Karabiner wird am Halsband befestigt, wo zunächst gleichzeitig auch die Leine einhakt. Niemals darf man den Hund nur am Halti führen, er ist ja schließlich kein Ochse.
Korrigiert und nicht geführt
Für Ungeübte ist es ratsam, die ersten Schritte am Halti zu
dritt durchzuführen. Der Hund geht in der Mitte. Der Assistent führt
an der Leine und der Hundeführer korrigiert am Halti, das heißt:
Geh voraus wird dem Hund mit Komm und leichtem Zug nach vorne an der Leine
signalisiert. Ist der Hund zu schnell, wird dies durch leichten Rückzug
am Halti vereitelt. Hat man keinen Assi zur Verfügung, so nimmt man
beide Hände. Ist der Hund unkonzentriert und lässt seine Blicke
schweifen, dann zieht man mit dem Halti den Kopf langsam und sanft in Blickrichtung
des Hundeführers. So wird man zum Mittelpunkt des Hundelebens und
bestimmt, wo es langgeht. Es gibt Menschen und Hunde, die brauchen lange,
bis es klappt. Aber: nicht aufgeben! Es lohnt sich. Fehler macht jeder.
Aber: wer am Halti ruckt und reißt, kann die Halswirbelsäule
des Hundes verletzen, wer eine Flexi ans Kopfhalfter hängt oder das
Kopfhalfter pur als Führleine benutzt, der hat die Funktion nicht
verstanden. Und wer das Halti verdammt, hat nichts begriffen.